Deutscher Tierschutzbund begrüßt Vorstoß des BMEL
Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) hat Eckwerte für eine nationale Regelung zu einem Verbot von Tiertransporten in Länder außerhalb der EU vorgelegt und bittet die EU-Kommission nun, diese auf Umsetzbarkeit zu prüfen. Das Vorhaben sieht vor, die Ausfuhr lebender Tiere aus Deutschland an eine Vereinbarung zu binden, in der sich die jeweiligen Drittländer zur Einhaltung klar definierter Tierschutzstandards verpflichten. Tierschutzwidrige Transporte in Drittstaaten würden damit gestoppt. Dazu kommentiert Jürgen Plinz, Präsidiumsmitglied des Deutschen Tierschutzbundes und Board Member der Eurogroup for Animals:
„Tiertransporte in Länder außerhalb der EU sind pure Tierquälerei, auf denen den Tieren Unzumutbares angetan wird. Die Verantwortung dafür schieben Bund und EU schon viel zu lange hin und her.
Wir haben immer wieder klargestellt, dass ein Verbot auch national über das deutsche Tierschutzgesetz machbar wäre, was bislang bestritten wurde. Insofern ist zu begrüßen, dass das BMEL hier jetzt in die Initiative geht und auf Klärung auf EU-Ebene drängt.
Die zukünftige Bundesregierung wird damit keine Ausrede mehr haben, diese Gräuel nicht schnellstmöglich zu beenden. Natürlich müssen auch EU-Parlament und EU-Rat den Entwurf für eine neue EU-Transportverordnung deutlich nachbessern. Bis das passiert, liegt es aber an Deutschland, die Verantwortung anzunehmen und unser nationales Tierschutzgesetz endlich als klaren Maßstab für den Handel mit Tieren anzusetzen!“
Das immense Leid von Tieren auf Langstreckentransporten ist vielfach belegt. Eine adäquate Versorgung und Betreuung der Tiere findet nicht statt und immer wieder kommt es zu Fällen, in denen Transporte unterwegs feststecken und die Tiere qualvoll verenden. Erst im Oktober 2024 hatte ein Drittland einen Transport hochtragender Rinder aus Deutschland an der bulgarisch-türkischen Landgrenze zurückgewiesen. Über mehrere Wochen starben die Tiere unter unermesslichen Schmerzen und Leiden in den LKWs. Laut dem derzeitigen Entwurf der EU-Kommission für eine neue EU-Transportverordnung ist eine Lösung für die Missstände nicht vorgesehen. Umso wichtiger ist es laut Deutschem Tierschutzbund jetzt, dass Deutschland eine bundeseinheitliche Regelung einführt.